MTA – Modulare Truppausbildung

Die Modulare Truppausbildung MTA wurde in Bayern eingeführt, um die Ausbildung flexibler zu machen – mit dem Hintergrund, dass sie nur noch das vermitteln soll, was der einzelne Feuerwehrangehörige auch wirklich für seine Tätigkeit braucht. Aufgrund der Vielzahl kleiner Feuerwehren, die nur mit einem kleinen Löschfahrzeug, einem TSF oder einem TSA ausrücken, wurde auf Landesebene beschlossen, die Ausbildung auf die damit verbundenen Erfordernisse zu konzentrieren. Dieses Wissen und leider nur dieses Wissen ist der Inhalt des Basismoduls, das nach der theoretischen und praktischen Ausbildung mit der Zwischenprüfung abgeschlossen wird.

Feuerwehren und Ausbilder finden die Ausbildungsinhalte des Basismoduls auf den Internetseiten der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg. Diese sind nach Anmeldung „frei“ verfügbar und werden auch laufend aktualisiert.

Gegenüber dem bisherigen TM1-Kurs ist das Niveau in einigen Teilen deutlich gestiegen bzw. es wurden neue Inhalte integriert. So erfahren die meist sehr jungen Feuerwehrangehörigen jetzt auch, welche Unterstützung sie im Fall eines Unfalls erhalten, sowie wichtiges zu den Themen Einsatzhygiene, Verhalten im Einsatz (vor, während und nach dem Einsatz), Verhalten in der Öffentlichkeit, neue Antriebstechnologien in Kraftfahrzeugen u.v.m.

Den Feuerwehren im Landkreis München stehen für die Ausbildung im Basismodul folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

Grundsätzlich steht es jedem MTA-Kurs frei, mehr Inhalte zu integrieren, als das Konzept der SFS Würzburg vorsieht. Im Landkreis München verfügt fast jede Feuerwehr über einen hydraulischen Rettungssatz und deswegen war es in den letzten 20 Jahren absolut üblich, den Umgang damit im Rahmen der Ausbildung TM 1 zu lehren, damit die Teilnehmer nach erfolgter Prüfung TM 1 zu Einsätzen ausrücken dürfen. Diese Möglichkeit – unter Berücksichtigung der Unfallverhütungsvorschriften – besteht natürlich weiterhin, auch wenn diese optionalen Inhalte offiziell in ein Ergänzungsmodul geschoben wurden.

Die Ausbildung Erste Hilfe wird in zwei Teilen unterrichtet: Der erste Teil umfasst die „offiziellen“ 9 Unterrichtseinheiten eines regulären Erste-Hilfe-Kurses und der zweite Teil weitere 7 Unterrichtseinheiten mit einem feuerwehrspezifischen Fachteil. Derzeit stehen dem Landkreis München etwa 50 Ausbilder für Erste Hilfe zur Verfügung. Diese können über die Kreisfeuerwehrärztin Johanna Feldmeier angefordert werden. Da die Ausbildung allen offiziellen Vorgaben entspricht, werden die Zeugnisse für die Erste-Hilfe-Ausbildung auch von den Fahrerlaubnisstellen anerkannt.

Auch für den Themenblock „Physische und psychische Belastung“ können für Ausbildungen außerhalb der zentralen Kreisausbildung erfahrene Ausbilder des Landkreises angefordert werden.

Nominell umfasst das Basismodul 120 Unterrichtseinheiten einschließlich der Sprechfunker-Ausbildung mit 12 und der Ersten Hilfe mit 16 Stunden Länge. Das ist etwas länger als früher, dafür beinhalten diese 120 Stunden bereits die Unterrichtsinhalte der bisherigen Truppführer-Ausbildung. Trotzdem sind die 120 Stunden Ausbildung eine ganze Menge. Um die Ausbildung wenigstens etwas zu entzerren, wurde für den Landkreis München folgendes festgelegt:

Im Basismodul entfällt die Sprechfunker-Ausbildung, so dass dieses Wissen auch nicht in der Zwischenprüfung abgefragt wird. Die Sprechfunker-Ausbildung findet stattdessen irgendwann zwischen dem Abschluss des Basismoduls und der MTA-Abschlussprüfung statt, es steht also eine Zeitspanne von 2 Jahren zur Verfügung.
Bayernweit wurde festgelegt, dass die Ausbildung MTA auch die Sprechfunker-Qualifikation beinhalten soll, weswegen sie auch das Thema Kartenkunde etc. enthält.
Um den Ablauf für die Feuerwehr zu vereinfachen und eine einheitliche Ausbildungsqualität sicherzustellen, wird die Sprechfunk-Grundschulung auf Landkreisebene durchgeführt, im Schuljahr 2016-2017 an insgesamt vier Kursen an verschiedenen Standorten im Landkreis München. Aufgrund der bereits 2014 erfolgten Umstellung im Landkreis München auf Digitalfunk werden die Kursteilnehmer nur noch an Digitalfunkgeräten und -technik ausgebildet.

Bisher wurden schon zwei MTA-Zwischenprüfungen in Theorie und Praxis nach diesem Muster durchgeführt – beide Male mit großem Erfolg. Der KBM-Abschnitt 6 des Landkreises München hat Anfang Dezember eine Prüfung mit 38 Teilnehmern absolviert. Diese dauerte von 18.30 Uhr bis 21.15 Uhr, was für eine Abnahme in dieser Größenordnung ein überragender Wert ist. Erreicht wurde dies unter anderem durch die Bereitstellung von 18 Prüfern (16 aus den mitmachenden Feuerwehren und 2 von der Kreisbrandinspektion), so dass jede der neun praktischen Aufgaben von einem eigenen Prüferteam abgenommen werden konnte. Man darf nicht vergessen, dass jeder Teilnehmer aktuell drei praktische Prüfungen absolvieren muss und – im Falle des Falles – eine vierte dazukommt.

Stand im Landkreis München:
Seit August 2016 können die Feuerwehren die komplette MTA-Ausbildung durchführen. Die Inhalte bis zur Zwischenprüfung findet man auf den o.g. Seiten der SFS Würzburg.
Die praktische und theoretische Zwischenprüfung für den Landkreis München ist komplett ausgearbeitet.
Der 12 Stunden lange Kurs Sprechfunk-Grundschulung (für Digitalfunk) läuft seit Oktober 2015.
Die Inhalte des zwei Jahre dauernden Ausbildungs- und Übungsdienstes sind und werden nicht vorgegeben, sie sollen die Kenntnisse des Basismoduls vertiefen.
Die bislang 10 Ergänzungsmodule sind fertig und können nicht nur zur MTA-Ausbildung, sondern auch für die laufende Weiterbildung in den Feuerwehren verwendet werden.
Seit August 2016 ist die Abschlussprüfung ausgearbeitet.

Zur Kommandanten-Dienstversammlung, am Donnerstag, den 10. März 2016, wurde den Kommandanten und Leitern der Landkreisfeuerwehren der aktuelle Stand der MTA präsentiert:

Präsentation MTA im Landkreis München, Stand März 2016

Ausbilder für MTA schauen bitte nach erfolgtem Login auf den Seiten des KFV München in den Downloadbereich für Ausbilder.