Erweiterter Versicherungsschutz für Jugendfeuerwehrleute

Bisher war es so, dass Angehörige der Jugendfeuerwehren nur bei typischen „Feuerwehrtätigkeiten“ durch den KUVB versichert waren. Das heißt, wenn sich jemand beim Ausrollen eines Schlauchs verletzt hat, genoss er den vollen Versicherungsschutz des KUVB. Wenn sich jemand in einem Jugendzeltlager oder bei einem Ausflug der Jugendfeuerwehr verletzt hat, mussten die eigene Kranken- und Unfallversicherung einspringen. Der Unterschied: Die Leistungen des KUVB genießt man als Feuerwehrangehöriger ohne irgendwelche Beitragszahlungen und die Leistungen des KUVB sind im Regelfall weit besser als private Vorsorgemaßnahmen.
Seit der letzten Änderung des Sozialgesetzbuchs genießen Jugendfeuerwehrleute dagegen einen weit besseren Versicherungsschutz als normale Feuerwehrleute. Beide sind zwar gleich versichert bei Unfällen bei Einsätzen und Übungen. Bei Unfällen bei Sportveranstaltungen (u.a. Fußballturniere), Ausflügen oder Brauchtumsveranstaltungen der Feuerwehren (u.a. Sonnwendfeiern, Maibaum-Aufstellen etc.) sind Jugendfeuerwehrleute jetzt voll versichert, während für erwachsene Feuerwehrleute in diesen Fällen nur eine Zusatzversicherung des Vereins aufkommen würde.
Für diesen erweiterten Versicherungsschutz müssen die Jugendfeuerwehren aber etwas tun. Jede Jugendfeuerwehr muss sich selbst auf Ortsebene eine Jugendordnung geben. Ein Muster dieser Jugendordnung findet man beispielsweise am Ende dieser Seite zum Download.

Wichtig ist unter Punkt II/1. die Zielsetzung der Jugendfeuerwehr:

Die Jugendgruppe will in gemeinnütziger Weise die Persönlichkeitsbildung ihrer Mitglieder, deren Entwicklung zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und die Ausbildung zu verantwortungsbewussten Feuerwehrleuten fördern. Dieser Zielsetzung dienen insbesondere:

1. Pflege des Verantwortungsbewusstseins und des Kameradschaftsgeistes in der Gruppe
2. Förderung des sozialen Engagements
3. Staatsbürgerliche Begegnungen
4. Internationale Begegnungen
5. Gestaltung der Freizeit durch Gruppenarbeit, Fahrten, Zeltlager, u.a.
6. Beteiligung an Sportveranstaltungen der Feuerwehren
7. Mitgestaltung der Traditionspflege der Freiwilligen Feuerwehren

Diese Jugendordnung muss sich die Jugendfeuerwehr in einer Versammlung selbst geben, sie darf nicht „von oben“ eingeführt werden. Die Leitung dieser Versammlung liegt deswegen auch beim Jugendsprecher, dem man natürlich als Jugendwart assistieren darf. Unterschrieben werden muss die Jugendordnung von dem von der Gruppe gewählten Jugendsprecher und vom Vorstand – nicht vom Jugendwart und auch nicht vom Kommandanten der Feuerwehr! Dieser Punkt ist sehr wichtig: Die Jugendfeuerwehr muss sich selbst zu dieser Jugendordnung bekennen und darüber abstimmen.

Download der Muster-Jugendordnung auf Ortsebene für Jugendfeuerwehren

Vorsorgemaßnahme zum Versicherungsschutz

Jeder Unfall im Feuerwehrdienst ist einer zuviel. Trotzdem passieren Unfälle, so wie bei jeder anderen ehrenamtlichen Tätigkeit oder jeder anderen Freizeitgestaltung. Die Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB) gewährt Feuerwehrangehörigen, die ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können, entsprechende Rentenzahlungen. Deren Höhe ist abhängig vom vorhergehenden tatsächlichen Einkommen der Feuerwehrleute.
Bei Feuerwehrleuten, die sich noch in der Ausbildung befinden, wird ein fiktives Einkommen bestimmt, um die Höhe der Rentenzahlungen abzuleiten. Es macht einen Unterschied, ob Person A eine Ausbildung zum Elektroinstallateur absolviert und dann darin arbeiten möchte, oder ob Person A zunächst eine Ausbildung zum Elektroinstallateur macht, dann die Berufsoberschule besuchen und im Anschluss Elektrotechnik studieren will. Auch bei Gymnasiasten macht es einen Unterschied, ob jemand nach dem Abitur „Friesische Poesie des Frühmittelalters“ oder „Wirtschaftsinformatik“ studieren möchte.
Deswegen sollten Feuerwehren schon auf dem Aufnahmeformular bei Schülern oder auch jungen Erwachsenen den geplanten Berufswunsch erfassen. Diese Angabe kann später gut als Beweis dienen, dass mit der ersten Ausbildung das Berufsziel des Feuerwehrangehörigen noch nicht erreicht war und er sich weiterbilden wollte, um ggf. in einem anderen und besser dotierten Beruf zu arbeiten.