Nachlese: Schnee-Einsätze der Landkreisfeuerwehren

Liebe Feuerwehrkameradinnen,
liebe Feuerwehrkameraden,

weit über 800 Einsatzkräfte aus den Landkreisfeuerwehren, vom ABC-Zug und vom THW waren in den vergangenen Tagen eingesetzt, um der Extremwetterlage Herr zu werden und Schaden und Gefahren von den Bürgerinnen und Bürgern unseres und weiterer Landkreise abzuwenden.
Schon in der letzten Woche rückten die Feuerwehren im südlichen Landkreis aus, um von der Schneelast umgedrückte Bäume zu beseitigen und Dächer vom Schnee zu befreien.
Am vergangenen Freitag, den 11. Januar 2019, mussten dann die ersten Dächer vom Schnee befreit werden. Diese Einsätze konnten aber noch von den jeweiligen Ortsfeuerwehren geleistet werden.
Am Samstag, den 12. Januar, gab es dann Großalarm für den Süden des Landkreises München: In Helfendorf, aber vor allem in Ottobrunn, Unterhaching und Sauerlach, mussten Schneelasten von vielen Dächern beseitigt werden. Zur besseren Koordination aller Kräfte wurden dort auch der Einsatzleitwagen des Landkreises sowie die UG Einsatzleitung eingesetzt. Allein in Unterhaching waren 220 Einsatzkräfte tätig; insgesamt an den Einsatzschwerpunkten waren es knapp 500 Einsatzkräfte.
Ebenfalls am Freitag letzter Woche wurde von der Regierung von Oberbayern ein Hilfeleistungskontingent angefordert, das am Samstag, den 12. Januar, in den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen fahren sollte. Die dafür abgestellten Einsatzkräfte (rund 120 mit 24 Fahrzeugen) trafen sich um 8 Uhr morgens am Gerätehaus Taufkirchen, um dann in zwei Verbänden in den angrenzenden Landkreis zu fahren. Sie wurden in Raum Geretsried und Wolfratshausen eingesetzt und kehrten am Abend wieder in den Landkreis München zurück. Ein Großteil dieses Kontingents hat sich dann bereiterklärt, trotz der Strapazen des Tages noch in der Gemeinde Sauerlach zu helfen, so dass sie dort noch für einige Stunden eingesetzt werden konnten.
Am Sonntag, den 13.1.2019, wurden die Arbeiten in Unterhaching anfangs fortgesetzt. Aufgrund des über Nacht einsetzenden Tauwetters und des Regens wurden diese Arbeiten aber gegen Mittag beendet, da sich die Dachlasten deutlich verringert hatten. An diesem Tag waren Feuerwehrleute noch in Hohenbrunn, auf dem Infineon-Campus und in Oberhaching im Einsatz. Am späten Nachmittag kam es noch in Straßlach und in der Gemeinde Schäftlarn zu kritischen Situationen, die den Einsatz der Feuerwehr erforderten. In Schäftlarn war sogar Unterstützung aus anderen Gemeinden des Landkreises erforderlich.

Etwa 800 Helferinnen und Helfer aus dem Landkreis München waren eingebunden in die Bewältigung der Schneekatastrophe.

Am späten Sonntagnachmittag wurden Feuerwehrleute dann noch in Ebenhausen, Straßlach, Oberhaching, Hohenschäftlarn, Riemerling und auf dem Infineon-Campus im Einsatz.
Von Samstag bis Dienstag unterstützte die UG-ÖEL des Landkreises München den Katastrophenstab im Landratsamt Bad Tölz, wo in 12-Stunden-Schichten gearbeitet wurde.
„Nur“ Drehleitern mit Begleitfahrzeugen fuhren bereits seit 11. Januar täglich in den Landkreis Miesbach, wo sie lokale Einsatzkräfte auf Dächer brachten und sicherten.
Koordiniert wurden die Einsätze im Landratsamt München durch den Kreisbrandrat, weitere Mitglieder der Kreisbrandinspektion und Mitarbeiter des Landratsamts sowie der Feuerwehreinsatzzentrale.
Natürlich passierte es bei den Alarmierungen, dass einzelne Feuerwehren „übersprungen“ und für die Schnee-Einsätze nicht eingeteilt wurden. Dies geschah aber absichtlich, damit jederzeit auf Einsätze auch in den nicht mehr so stark besetzten Gemeinden adäquat reagiert werden kann.
Für den 17. und 18. Januar war von der Regierung von Oberbayern ein Hilfeleistungskontingent aus dem Landkreis München für den Landkreis Berchtesgadener Land angefordert worden. Für beide Tage war ein solches Kontingent aufgestellt worden, rund 450 Feuerwehrleute hatten dazu ihre Bereitschaft erklärt. Da sich am nächsten Tag die Lage im Berchtesgadener Land deutlich entspannt hatte, mussten die Kontingente nicht ausrücken, was bei vielen Feuerwehrleuten zu Enttäuschung und auch zu Missmut geführt hat, da sie sich extra für diesen Einsatz freigenommen haben.
Für Missmut bei einigen Feuerwehrleuten sorgten auch durch den Landkreis München fahrende Hilfeleistungskontingente aus anderen Landkreisen, obwohl die Landkreisfeuerwehren sicher manchmal noch Kapazitäten frei gehabt hätten. Der Grund dafür ist, dass alle Hilfeleistungskontingente grundsätzlich über die Regierung von Oberbayern disponiert werden. Getreu dem Grundsatz „kein Handeln ohne Auftrag“, der schon im MTA-Basismodul vermittelt wird, dürfen auch wirklich nur angeforderte und eingeteilte Hilfeleistungskontingente in andere Landkreise fahren. Wenn in einem Landkreis selbst eine kritische Lage besteht, wird auf entferntere Landkreise – auch aus anderen Regierungsbezirken – zurückgegriffen.
Auch im Namen unseres Landrats Christoph Göbel, vor allem aber stellvertretend für die Gemeinden und den vielen Bürgerinnen und Bürger, denen Hilfe geleistet werden konnte, bedanken wir uns bei allen Einsatzkräften, die bei der Bewältigung dieser Extremwetterlage und ihrer Folgen geholfen haben. Wer die vielen Einsatzkräfte in Aktion gesehen hat, konnte sehr stolz sein auf die Hilfsbereitschaft und das Potential der Einsatzkräfte des Landkreises München.

Josef Vielhuber, Kreisbrandrat