THL Atom in Aschheim-Dornach

Um 11.12 Uhr am Freitag, den 18. Januar 2019, alarmierte die Feuerwehreinsatzzentrale des Landkreises München ein Großaufgebot an Feuerwehr- und Rettungskräften in den Aschheimer Ortsteil Dornach. Bei Abrissarbeiten in einem Gebäude wurde ein Behälter mit der vermeintlichen Aufschrift „Uranium“ beschädigt und der Inhalt kontaminierte zwei vor Ort befindliche Arbeiter.
Uranium ist die englische Bezeichnung für Uran, aufgrund seiner Radioaktivität ist dieser Stoff tatsächlich extrem gefährlich.
Alarmiert wurden für den Erstangriff ein Zug aus den Feuerwehren Dornach und Aschheim, dazu kamen aufgrund der Stadtnähe drei Fahrzeuge der BF München sowie drei weitere aus Feldkirchen. Neben der Kreisbrandinspektion mit KBR Josef Vielhuber, zwei Kreisbrandinspektoren und vier KBMs wurde natürlich auch der ELW des Landkreises München samt der UG ÖEL alarmiert.
Die ILS München schickte vier RTW, einen Notarzt und den ELRD. Was in anderen Landkreisen der Gefahrgutzug ist, ist im Landkreis München der ABC-Zug, der bei dieser Lage natürlich ebenfalls alarmiert wurde. Zum Absperren und durchführen weiterer Maßnahmen wurden mehrere Gruppen der Bereitschaftspolizei sowie Streifen der umliegenden Polizeiinspektionen alarmiert.

100 Meter vor dem Objekt wurde die erste Absperrgrenze gebildet. Weiter gingen die ersten Einsatzkräfte nur mit Strahlenschutzausrüstung und entsprechenden Messgeräten.

Die Experten des ABC-Zugs konnten aber glücklicherweise schnell Entwarnung geben: Der Stoff war nicht Uranium, sondern Uranin. Das ist ein absolut ungefährlicher, aber extrem ergiebiger gelb-grüner Farbstoff, der auch heute zum Färben und Nachverfolgen von Grundwasserströmen oder in Schaumbädern und Kosmetika verwendet wird.
Der gefährlich klingende Name kommt aufgrund einer zum Uran ähnlichen Eigenschaft: Früher wurden natürlich vorkommende Uransalze verwendet zum Einfärben von Glas, man erhielt damit eine gelbliche bis grünliche Tönung. Weil man mit Uranin praktisch die gleiche Färbung erreichte, wurde dieser Stoff so genannt.
Nach der Entwarnung durch den ABC-Zug wurden die Einsatzkräfte sofort entlassen, der Einsatz war gegen 12 Uhr beendet.