Atemschutzausbildung im Landkreis München

Schon seit 2006 gibt es im Landkreis München die vierstufige Atemschutzausbildung.

Die einzelnen Ausbildungsteile bauen aufeinander auf. Deshalb ist es wichtig, dass sie in der richtigen Reihenfolge durchlaufen werden!

  1. Atemschutzausbildung nach FwDV 7: Pro Jahr finden im Landkreis München zwischen drei und fünf Atemschutzkurse mit jeweils maximal 28 Teilnehmern statt. Diese Ausbildung erfolgt in der Zentralen Kreisausbildungsstätte in Haar. Im Herbst 2014 wurde die zu diesem Zeitpunkt bereits 29 Jahre alte Atemschutzübungsanlage komplett erneuert und überarbeitet. Gemäß FwDV 2 dauert diese Ausbildung 25 Stunden. Sie wird abgeschlossen mit einer Praxisprüfung in einem realen Einsatzobjekt im Landkreis München und einer theoretischen Prüfung.
    Die Ausbildungsstätte für Atemschutzgeräteträger des Landkreises München wurde 1986 als Ausbildungsstätte außerhalb der Staatlichen Feuerwehrschulen vom damaligen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz staatlich anerkannt, was schon damals die Qualität und Zuverlässigkeit der Atemschutzausbildung belegte.
  2. Brandsimulationsanlage (BSA): Die gasbefeuerte Brandsimulationsanlage ist die zweite Stufe der Atemschutzausbildung. Die BSA kommt seit 1999 jedes Jahr im Mai oder Juni nach Haar. Alle Teilnehmer der letzten Atemschutzgeräteträgerkurse sind automatisch angemeldet. Weitere Personen (z.B. weil sie beim vorigen Termin verhindert waren) können von den Kommandanten nachgemeldet werden.
  3. In der Wärmegewöhnungsanlage (WGA) sollen die Atemschutzgeräteträger erste Erfahrungen in einer kontrollierten Umgebung mit der Hitze eines echten Holzfeuers machen. Diese Ausbildung umfasst einen Abend mit theoretischer und praktischer Ausbildung und an einem weiteren Tag einen Durchgang in den holzbefeuerten Brandcontainern. Einleitend werden die Kursteilnehmer eine Stunde lang in Einsatztaktik unterwiesen, die anschließende ebenfalls einstündige Praxis vermittelt die dynamische Strahlrohrführung. Im Brandcontainer warten auf die Kursteilnehmer eine kurze Kriechstrecke und eine nachgebaute Wohnung, in der eine Person gefunden werden muss. In einem zweiten Durchgang gehen die Feuerwehrleute zusammen mit dem Ausbilder in den eigentlichen Brandraum, in dem in Kopfhöhe etwa 200 Grad Celsius herrschen. Hier werden unter anderem das richtige Öffnen von Türen, die Brandrauchkühlung und das Verhalten bei einem Rollover trainiert.
  4. In der Rauchgasdurchzündungsanlage (RDA) haben Feuerwehrleute Gelegenheit, unter Kontrolle das Verhalten von Brandrauch zu studieren – vor, während und nach eines Rollovers. Sie lernen, den Rauch »zu lesen«, um bei einem Einsatz die Gefährdungslage richtig einschätzen zu können.