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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gab am Montag, den 23. Juni 2014, am Feuerwehrgerätehaus Oberschleißheim den Startschuss für die Nutzung des Digitalfunks durch die Feuerwehren des Landkreises München. Damit können die 45 Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises mit diesem deutlich leistungsfähigeren Funknetz arbeiten.

„Sie sind die ersten Feuerwehren in ganz Bayern, die im Echtbetrieb digital funken können“, so Herrmann, „die heutige Einführung des BOS-Digitalfunks bei den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis München ist ein Meilenstein auf dem Weg zur flächendeckenden Einführung des BOS-Digitalfunks bei den Feuerwehren in ganz Bayern.“

Bereits 2010 wurde der Aufbau der Infrastruktur für den Netzabschnitt 34 abgeschlossen. Dieser beinhaltet das Münchner Stadtgebiet, den Landkreis München, den Flughafen Franz Josef Strauß sowie einen Korridor dorthin. Im Frühjahr 2010 erhielten die Angehörigen der Kreisbrandinspektion die ersten digitalen Funkgeräte und im Dezember 2010 startete der sogenannte „erweiterte Probebetrieb“. Von Anfang an stand fest, dass die Kreisbrandinspektion erst nach erfolgreichen Tests den Gemeinden und den Feuerwehren die Einführung des Digitalfunks empfehlen wird. Die Tests wurden in erster Linie von den Mitgliedern der Kreisbrandinspektion und der Feuerwehr-Einsatzzentrale des Landkreises München durchgeführt.

Wegen technischer Probleme musste der erweiterte Probebetrieb am 16. Februar 2011 vorübergehend ausgesetzt werden, wurde aber am 15. November 2011 erfolgreich beendet. Einer abschließenden Belastungsprobe unterzogen die potentiellen Anwender das neue Digitalfunknetz in einem Massentest am 1. März 2012 auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Neubiberg.

Als nächster Schritt wurde im Landkreis München eine Bedarfserhebung durchgeführt: Für eine Beschaffung musste man ja wissen, wie viele Funkgeräte überhaupt erforderlich sein werden. Als Planungshilfe gab die Kreisbrandinspektion eine Empfehlung für die Funkausstattung an die Gemeinden und die Feuerwehren aus. In einer Informationsveranstaltung des Kreisfeuerwehrverbandes am 12. September 2012 konnten bei Gemeinden und Feuerwehren noch bestehende Vorbehalte ausgeräumt werden, so dass im Herbst 2012 schließlich mit der Bestellung der Funkgeräte begonnen werden konnte. Schon im November 2012 wurden die ersten Digitalfunkgeräte geliefert und in Fahrzeuge der Landkreisfeuerwehren eingebaut. Bei den 45 Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises München mussten 420 Fahrzeugfunkgeräte und knapp über 1.800 tragbare Funkgeräte ausgetauscht werden.

Noch während die Beschaffung und der Einbau der Digitalfunkgeräte lief, begann im Juli 2013 eine weitere Herausforderung: Die Feuerwehrleute mussten im Digitalfunk geschult werden. Seitdem haben 11 Funk-Kreisausbilder an 79 Schulungsabenden insgesamt 2.041 Feuerwehrdienstleistende für die Benutzung der neuen Digitalfunkgeräte ausgebildet. Die von ihnen komplett neu konzipierte theoretische und praktische Ausbildung wurde bereits von vielen anderen Landkreisen begeistert aufgenommen und dort ebenfalls umgesetzt. Zusätzlich wurden bisher in 20 Schulungen 369 Führungskräfte der Stufen A und B fortgebildet (Stand Ende 2014).

In den zurückliegenden Jahren wurde viel Zeit und Energie in die Einführung des Digitalfunks bei den Feuerwehren im Landkreis München investiert, aber auch sehr viel Pionierarbeit für ganz Bayern geleistet. Der Aufwand und die erforderliche Geduld – zuweilen war nicht wenig Hartnäckigkeit notwendig – haben sich gelohnt. Der Aufbau des Digitalfunknetzes in Bayern konnte ein Stück weiter gebracht werden. Das seinerzeit gesteckte Ziel hat man im Juni 2014 erreicht: Die Feuerwehren des Landkreises München sind die ersten Feuerwehren in Bayern, die im Einsatzdienst digital funken.

DateiVersionStand
Taktisches Nutzungskonzept für den Digitalfunk im LK München1.021.12.2015
Information: Kurzwahl der Digitalfunkgruppen2.001.12.2015
Information: Nutzung der Ausweichgruppen als Verbindung zwischen den Gerätehäusern und den Einsatzstellenn.a.04.11.2014
Information: Neue Programmierung der vorhandenen Digitalfunkgeräten.a.Februar 2016
Information: Benutzung des Digitalfunks, speziell im Unwetter-Geschehen und/oder bei Sonderlagenn.a.20.11.2015
Information: Neuen Richtlinie für Funkrufnamen und OPTA des LFV Bayern1.1April 2015